Die offene Knochenbiopsie wird zur diagnostischen Hilfe bei unklaren Formen von Knochenerkrankungen und
Osteoporose durchgeführt. |
Mittels Hohlfräsbohrer wird, in Lokalanästhesie und unter Gabe von intravenösen Beruhigungs-/Schmerzmitteln, am vorderen Beckenkamm ein kleiner Knochenzylinder entnommen. Grundsätzlich wird der Eingriff nur durchgeführt wenn dieser therapeutische Konsequenzen für die Patienten hat oder für die medikamentöse
Langzeit-Betreuung der Patienten wichtig ist. |
Die häufigsten Indikationen sind:
- unklare Osteoporose gemäss Knochedichtemessung oder Knochenbrüche nach unverhältnismässig kleinem Unfall
- Unsicherheit bei der Diagnose einer Osteomalazie (unbemerkter Vit. D Mangel)
- Verdacht auf unerkannte Gründe für eine sekundäre Osteoporose (z.B. Multiples Myelom, Metastasen, Mastozytose, Hämochromatose)
|
Der Eingriff wird in der Tagesklinik Haus Bellaria unter
Operationsbedingungen (mit Operationsschwester und Anästhesie-Personal) durchgeführt.
- Dauer 45 Minuten
- Schmerzen: gering bis mässig, gut kontrollierbar
- Postoperative Überwachung 2 Stunden
- Nachkontrolle bei Hausarzt nach 3 Tagen
- Fadenentfernung nach 14 Tagen
|
Der herausgebohrte Knochenzylinder wird von Prof. P. Ruegesegger (Institut für Biomedizinische
Technik der ETH und der Universität Zürich) mittels moderner hochauflösender Computertomographie vermessen. Es werden ebenfalls dreidimensionale Bilder mit Angaben von verschiedenen Messgrössen hergestellt.
Anschliessend wird der Zylinder im Anatomischen Institut der Universität Bern von Prof. A. Olah
histologisch und morphometrisch untersucht. Nach ca. 4 Wochen liegen alle Untersuchungsergebnisse vor. Durch diese Untersuchungen werden zusätzliche Erkenntnisse über die Architektur des Knochen, d.h. der
Knochenbälkchen und des Knochenmantels (Corticalis) erzielt. Die histologische Untersuchung ermöglicht es
daneben dynamische Parameter wie funktionelle Kapazität der Knochenbildung und des Abbaus zu messen und knochenfremde Zellen festzustellen. |